Durch den Tourismus sehr viel weniger geprägt als Brac und Hvar erweist sich die Insel Vis, die Historikern ein Begriff ist: 397 v. Chr. entstand dort die erste griechische Kolonie der östlichen Adria. Das rasch aufblühende Issa gründete alsbald seinerseits Kolonien auf dem Festland, so etwa Tragurion, das heutige Trogir. In römischer Zeit schwand der Einfluss Issas, allerdings blieb die Lage der Insel über Jahrhunderte hinweg von strategischem Interesse: 1866 fand hier die berühmte Seeschlacht von Lissa zwischen Italienern und Österreichern statt.
Noch vor zwei Jahrzehnten war Vis ein für Ausländer gesperrter Marinestützpunkt und blieb damit von den Auswüchsen des Massentourismus verschont. Interessant ist neben der Erkundung der Inselhauptstadt Vis (Issa) eine Besichtigung der Tito-Höhle, die bis 1944 der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee als Hauptquartier diente. Ebenso lohnt ein Besuch im Fischerstädtchen Komiza - von dort aus kann man nach Bisevo übersetzen und die berühmte Blaue Grotte besichtigen. Der beste Zeitpunkt für einen Ausflug dorthin ist der späte Vormittag zwischen 11 und 12 Uhr, wenn das Innere der Grotte in ein fast unwirkliches Blau gehüllt ist.