Kroatische Küche

Wem nach so viel Kultur und Brauchtum der Magen knurrt, findet in Kroatien ein kulinarisches Angebot, das weit über das auch in Deutschland bestens bekannte Nationalgericht Cevapcici hinausgeht. An der Küste dominiert eine leichte, dem Klima angepasste mediterrane Küche, in der gegrillter Fisch und Meeresfrüchte die Hauptrolle spielen. In Istrien, das am längsten unter dem Einfluss Italiens stand, könnte man sich mitunter sogar in Umbrien oder der Toskana wähnen, wenn man auf der Speisekarte die Qual der Wahl zwischen Gnocchi (njoki), Pasta (fuzi) und diversen köstlichen Trüffelgerichten hat.

Die regionale Gastronomie ist vornehmlich auf der mediterranen Küche begründet, Ihre Vielfalt erhält sie von den Spezialitäten aus dem Hinterland und den bewaldeten Berggebieten. In der Einzelkonkurrenz sind Lammfleisch und Kvarner-Scampi die ab-Lammfieisch nach Peka-Art soluten Renner der hiesigen Gastroszene. Bei der Zubereitung komplexerer Gerichte werden vielerlei Gewürz- und Urgewächspflanzen sowie Olivenöl verwendet. Zum perfekten Genuss gehört es, das ganze mit der Vrbnicka zlahtina oder einem anderen kroatischen Rot-oder Weißwein zu begießen.

Weiter im Landesinneren, wo das Klima rauer und die Winter kälter sind, geht es deftiger zu: Dort erfreuen sich Fleischgerichte großer Beliebtheit. Delikat sind die Wurstwaren, die in Slawonien serviert werden. Zur Schlachtzeit im Herbst sind die Räucherkammern mit frischem Schinken, verschiedenen Würsten und schmackhafter Salami (kulen) gefüllt. Wem der Sinn nach einem leckeren Nachtisch steht, fühlt sich beim Genuss von Palatschinken (palacinke) mit süßem Quark, Schokolade oder Nüssen an die legendären Mehlspeisen der Österreicher erinnert - eine bleibende Erinnerung an das Haus Habsburg, das seinen Einfluss über Jahrhunderte hinweg insbesondere im kroatischen Binnenland geltend machte.

Zu Vorspeise und Hauptgang passt der einheimische Wein. Aus Istrien und Dalmatien kommen kräftige Weine wie der rote Postup oder der weiße Posip, im Binnenland trinkt man leichtere Tropfen. Zu den deftigeren Gerichten passt auch Bier ausgezeichnet, beispielsweise das dünke Tomislav. Und zur Abrundung des Mahls sei ein Schnaps empfohlen - wählen kann man beispielsweise zwischen Traubentresterschnaps (loza), Kräuterschnaps (travarica) und Mistelschnaps (biska).

Auch die kroatische Küche formte sich unter dem Einfluss wechselnder Herrscher und unterschiedlicher Esskulturen. In den verschiedenen Regionen entwickelte sich so eine hoch stehende und individuelle Kochkunst. Viele Restaurants entführen in die kulinarischen Welten von Rom, Wien und Budapest.

Italienische Einflüsse finden sich an der gesamten Adriaküste, vor allem aber in Istrien, zum Beispiel in der Fischsuppe brudet, die an das italienische brodetto erinnert, oder in den vielen Pasta-Rezep-ten. Im Landesinneren hingegen haben Küchentraditionen aus der k.u.k.-Ära die Hoheit über die Töpfe inne, etwa in den vielen Gulasch-Arten von Fisch bis Wild.

In den Bergen kochen viele gostonicas, Wirtshäuser, nach bester ungarischer Tradition deftige Fleischgerichte und Eintöpfe. Wien exportierte vor allem seine Süßigkeiten in die kroatische Küche: vom Palatschinken bis zum Krapfen. Wie jeder Meltingpot gewinnt auch die kroatische Küche ihren Reiz erst aus der Mischung.

Kroatien Birgit Gläser

Kroatische Küche Diskussionsforum

  • tomas
    tomas

    Spanferkel und Wein oder Schnaps ist die beste in Kroatien.

Die Website verwendet Cookies gemäß den Einstellungen Ihres Browsers. [ok]