Plitvicer Seen

Die schönsten Eindrücke von den Plitvicer Seen sammelt man zweifellos in den Morgenstunden noch vor Ankunft der Reisebusse, die in der Hauptsaison unaufhörlich neue Besucherscharen an den beiden Haupteingängen des Nationalparks abladen. Wer nur ein paar Stunden Zeit hat, betritt den Park über den Eingang l und erkundet die vier unteren Seen, die sich tief in den Kalkstein eingegraben haben und eine spektakuläre Szenerie mit bis zu 70 m hoch aufragenden Kalksteinwänden bilden. Gleich in der Nähe des Eingangs stößt man auf den Wasserfall Veliki Slap, der zu den eindrucksvollsten Naturwundern im Nationalpark zählt. Das Nationalparkgelände ist über ein Netz von Fußwegen und Stegen so gut erschlossen, dass man die Landschaft unmittelbar erleben und sogar die Gischt der Wasserfälle auf der Haut spüren kann. Auf den Seen verkehren Ausflugsboote, und parkinterne Busse bringen die Wanderer innerhalb kürzester Zeit an den Ausgangspunkt zurück.

Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte unbedingt in einem der drei Hotels im Park übernachten und die stillen Abend und Morgenstunden genießen. Dann bleibt auch ausreichend Zeit für die Erkundung der zwölf oberen Seen, die nicht in Kalk-, sondern in Dolomitgestein eingebettet sind. Bei einem ausgedehnten Spaziergang entlang der im Sonnenlicht schimmernden Seen und Bäche lassen sich Forellen und andere Fische beobachten, die pfeilschnell durchs Wasser schießen. Dann wieder entfernt sich der Weg vom Seeufer und führt durch schattige Laubwälder, um kurz darauf auf den nächsten See oder Wasserfall zu treffen. Beeindruckend ist die Klarheit des blaugrün schimmernden Wassers - in dem größten der Seen, dem Jezero Kozjak, beträgt die Sichttiefe rund 8 m.

Die Kroaten tun viel dafür, um die Schönheit des Nationalparks Plitvicer Seen zu erhalten. In den Seen darf man weder schwimmen noch jegliche andere Art von Wassersport betreiben. Autos sind strikt verboten, eine Ausnahme bilden nur die parkinternen Busse, die auf festgelegten Routen verkehren - eine Maßnahme, die der Tierwelt zugute kommt: Im Nationalpark leben neben Wölfen auch Braunbären und Luchse, von denen man jedoch allenfalls ihre Spuren zu Gesicht bekommt

Kroatien Birgit Gläser
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