Die dem Velebitgebirge vorgelagerte Insel Pag gehört streng genommen schon nicht mehr zum Kvarner, sondern zum norddalmatinischen Küstenland. Das von der Bora gebeutelte Eiland ist seit 1970 durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Das raue, steinige und nahezu baumlose Gelände ist heute zum großen Teil der Zucht von Schafen vorbehalten, aus deren Milch der in ganz Kroatien berühmte Paski Sir (Schafskäse) hergestellt wird. Ähnlich beliebt ist das Lammfleisch aus Pag - der besondere Geschmack von Käse und Fleisch ist der vom Velebitgebirge herabwehenden Bora zu verdanken, die über dem Meer Salz aufnimmt und auf den kargen Weiden von Pag ablagert.
Ein weiterer Exportschlager aus Pag ist die berühmte Pager Spitze, die früher am Wiener Hof so sehr geschätzt wurde, dass man dort Klöpplerinnen aus Pag beschäftigte. Noch heute findet man die kunstvoll gearbeiteten Spitzen an der traditionellen Frauentracht. Man kann das „weiße Gold von Pag bei Klöpplerinnen erstehen, die ihre Werke im Sommer vor den Haustüren anfertigen.
Doch weder die Schafzucht noch die kostbaren Spitzen waren der Grund dafür, dass Pag im Lauf der Geschichte so heftig umkämpft wurde: Die Ursache hierfür lag vielmehr in den Salzgärten, in denen man das Meerwasser seit Urzeiten verdunsten ließ und auf diese Weise kostbares Salz gewann. Im 15. Jh. spülten die Salinen von Pag alljährlich Zehntausende von Dukaten in die Kassen der Venezianer, die damals das Sagen auf der Insel hatten - Grund genug, das karge Eiland bis zum Äußersten zu verteidigen.
Der heutige Reichtum und das wirtschaftliche Potenzial von Pag liegen im Tourismus, der die Insel seit Langem entdeckt hat. Ein gutes Drittel der Einwohner von Pag lebt in der gleichnamigen Inselhauptstadt, die im 15. Jh. nach Plänen des bekannten Renaissancebaumeisters Juraj Dalmatinac gegründet wurde. Zu den architektonischen Höhepunkten der Stadt zählt die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt am Hauptplatz, eine gotische Basilika, deren Vorderseite mit dem Haupteingang in ihrer ursprünglichen Form erhalten ist.
Einsame Badebuchten überal an den Inselküsten, schöne Strände besonders um das alte Fischerdorf Novalja. In Pag-Stadt, dem Hauptort, ein Benediktinerkloster aus dem Jahr 1318; landschaftlich reizvol die Küstenroute zwischen Pag-Stadt und Simuni und eine Tour über die 20 km lange Landzunge Lun zur Siedlung Tovarnele.